Die Neurodermitis (=atopische Dermatitis (AD)) wurde lange als eine Erkrankung des Kindesalters betrachtet. Eine Untersuchung der CK-CARE ProRaD-Kohorte zeigte jedoch bei fast einem Viertel der Patienten einen Beginn im Erwachsenalter, für den Risiko- und schützende Faktoren noch weitgehend unbekannt sind.
Wir konnten eine Assoziation von Rauchen und sportlicher Inaktivität als modifizierbare Lebensstilfaktoren mit dem Beginn im Erwachsenenalter zeigen. Eine mütterliche Neurodermitis, erhöhte Gesamtzahl der allergischen Antikörper sowie die Anzahl von sogenannten Atopiestigmata waren lebenszeitübergreifend mit der AD gegenüber Kontrollen assoziiert. Dies sind Merkmale, die bei allergischen Personen häufiger auftreten als in der nicht-allergischen Normalbevölkerung.
Eine eigene sowie mütterliche Nahrungsmittelallergie, höherer familiärer Bildungsgrad sowie eine verstärkte Fältelung der Handinnenflächen waren mit Auftreten einer AD im Kindesalter assoziiert. Innerhalb der AD waren Allergien und mehrere allergische Begleiterkrankungen auf einmal circa 3x unwahrscheinlicher als bei AD- Beginn im Erwachsenen verglichen zum Kindesalter. Nur der isolierte Heuschnupfen war bei Neurodermitisbeginn im Erwachsenen- wahrscheinlicher als im Kindesalter.
Unsere Ergebnisse deuten auf teilweise gemeinsame, teilweise jedoch variierende Merkmale und zugrundeliegende Mechanismen für den Krankheitsbeginn der AD im Kindes- versus Erwachsenenalters hin, tragen zu einer besseren Einschätzung des individuellen Risikos zur Entwicklung einer AD in verschiedenen Lebensphasen bei und unterstützen präventive Massnahme wie Nichtrauchen und Sport.

Weiterbildungskurs «Allergologie» für angehende Kinder- und Jugend:ärztinnen am Medizincampus Davos
Allergien gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der pädiatrischen Praxis – doch während der Weiterbildung im Spital bleibt oft wenig Zeit, die dafür nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben. Diese Lücke konnten wir mit unserem Allergo-Weiterbildungs-Weekend am 25. und 26. September 2026 am Medizincampus Davos schliessen.
Die Assistenzärzt:innen erarbeiteten gemeinsam mit den Expert:innen Roger Lauener, Caroline Roduit, Philippe Eigenmann und Kristina Heye, wie Allergien erkannt, behandelt und vorgebeugt werden können. Im Zentrum standen Fallbeispiele, Diskussionen, und praktisches Übenmit den Themenschwerpunkten Allergiediagnostik, Anaphylaxie, Nahrungsmittelallergien, respiratorischen Allergien, atopischer Dermatitis und Prävention. Ein Highlight war das «dine2learn»-Dinner, bei dem Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen einmal ganz anders erlernt werden konnten.
«Danke für den brillanten Kurs», resümierte eine Teilnehmerin. Eine andere meinte «Durch ein ausgewogenes Gleichgewicht aus Praxis, Theorie und vielen interaktiven Arbeiten wurden teils banale Themen und auch die anspruchsvollen Themen sehr anschaulich behandelt.»


