Weiterbildungs-Wochenende Shared Decision Making und patientenzentrierte Kommunikation

Herausfordernde Gespräche mit Allergie-Patientinnen und Patienten in sicherer Lernumgebung mit Simulationspersonen und Fachexpert:innen üben – das waren Fokus und Ziel des ärztlichen Weiterbildungskurses vom 18. und 19. Oktober 2024 am Medizincampus Davos.

Bei Erkrankungen wie Nahrungsmittelallergien, chronisch-spontane Urtikaria und Therapiewahl bei Atopischer Dermatitis (z.B. Kortison oder Biologika) kann es herausfordernd sein, die richtigen Worte zu wählen. Durch den Zeitdruck, die Erwartungshaltung von betroffenen Personen sowie deren Ängste und Frustrationen können Gespräche mit mangelndem Informationsaustausch uns unbefriedigend enden lassen. Deshalb wurden in diesem Kurs situationsangepasste Methoden in patientenzentrierter Kommunikation angewendet, um so das Gespräch in einem definierten Zeitrahmen für beide Seiten möglichst zielführend gestalten zu können, die Bedürfnisse von Patientin und Patient abdecken zu können und gleichzeitig ausreichend zu informieren.

Analog aller CK-CARE Bildungsprogramme bestand auch dieser Pilotkurs aus einer Kombination von Online-Vorkurslernen der Grundlagen, kurzen Inputreferaten und praktischem Üben in Kleingruppen. Die Weiterbildung wurde geleitet und moderiert von Allergolog:innen, Dermatolog:innen, Psychosomatiker:innen sowie Schauspielpatient:innen (CK-CARE intern, med. Fachpersonen aus der HGK sowie aus Arztpraxen). Im Zentrum standen verschiedene Rollenspiele, die die herausfordernden Situationen imitierten. In den anschliessenden Feedbackrunden wurden die unterschiedlichen Rollen reflektiert und praktische Tipps und Hinweise gegeben. Die teilnehmenden Assistenzärztinnen waren begeistert von der wohlwollenden und motivierenden Atmosphäre – sie konnten viel Nützliches und Anwendbares für ihren Alltag mitnehmen.

Prof. Dr. Kilian Eyerich ist neues Mitglied unseres Scientific Boards

Per November 2025 begrüssen wir Prof. Dr. Kilian Eyerich als neues Mitglied unseres Scientific Boards.
Prof. Dr. Kilian Eyerich ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Dermatologie und Venerologie am Universitätsklinikum Freiburg im Breisgau.
Mit seiner Aufnahme in unser Gremium wird die Universität Freiburg als weiteres Forschungszentrum in das CK-CARE-Konsortium eingebunden.

Der Standort Freiburg stärkt den Forschungsverbund durch seine herausragende Expertise im Bereich der T-Zell Immunologie, mit besonderem Fokus auf Gewebe-Gedächtnis-T-Zellen und deren Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Neurodermitis. Damit verfolgt das Team das Ziel, künftig T-Zell-gerichtete Therapien noch gezielter anzuwenden und so das immunologische Gedächtnis nachhaltig positiv beeinflussen.

Im Zentrum der Arbeit steht die Rekrutierung von Patientinnen und Patienten sowie die Gewinnung und Integration von Daten und Proben aus der ProRaD-Studie, einer prospektiven Längsschnittstudie zur Erforschung der Remissionsphase atopischer Dermatitis und anderen allergieassoziierten Erkrankungen wie Asthma, Lebensmittelallergien und allergischer Rhinitis.

Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit und heissen Kilian Eyerich und sein Team im CK-CARE Konsortium herzlich willkommen.

5. Global Allergy Forum in Davos: Allergy and Environment im Fokus

Allergien sind längst eine Volkskrankheit. Beim Global Allergy Forum 2025 in Davos diskutierten über 70 internationale Expertinnen und Experten darüber, wie Umweltfaktoren das Immungleichgewicht beeinflussen und wie Prävention, Digitalisierung und neue Therapien diesem Problem begegnen können. Die Ergebnisse werden in der „Davos Declaration” zusammengefasst.

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Neue Publikation in «Allergy»: From Disease Control to Disease Modification – The Atopic Dermatitis Disease Activity Index

Neue und fortschrittliche Behandlungen der atopischen Dermatitis (AD) gehen über die reine Symptombehandlung hinaus. Für einige Patient:innen können diese Therapien die Krankheit selbst verändern und möglicherweise zu einer langfristigen Remission („tiefe Remission“) führen – auch nach dem Absetzen der Medikamente. Dieses neue Behandlungsziel wird als „Krankheitsmodifikation“ bezeichnet. Ziel ist es, den Verlauf der AD und ihrer Begleiterkrankungen grundlegend zu verändern und damit transformative und anhaltende Linderung zu ermöglichen.

Eine grosse Herausforderung für Ärzt:innen, Forschende, Regulierungsbehörden und letztlich auch Kostenträger bleibt jedoch die optimale Messung einer tiefen Remission. Unsere aktuelle Publikation in Allergy diskutiert den Atopic Dermatitis Disease Activity Index (ADDAI), ein zusammengesetztes Instrument, das helfen soll zu bestimmen, ob eine Behandlung tatsächlich eine echte Krankheitsmodifikation erreicht hat – und somit Ärzt:innen und Patient:innen zeigt, ob der richtige Therapieansatz gefunden wurde. (Link zur Publikation)

From Disease Control to Disease Modification: The AtopicDermatitis Disease Activity Index

Mantelstudium UniZH «Allergologie translational» 14.–17. Juli 2025 in Davos

Vom 14. bis 17. Juli 2025 fand erneut das Mantelstudium „Allergologie translational“ der Universität Zürich statt. Zehn Medizinstudentinnen reisten nach Davos, um einen ersten Einblick in das Fachgebiet der Allergologie zu gewinnen und grundlegende praktische Fertigkeiten zu erlernen.

Neben der Vermittlung theoretischer Inhalte standen auch die Einführung in routinemässige labordiagnostische Verfahren sowie experimentelle Untersuchungsmethoden auf dem Programm des Mantelstudiums. Ein Höhepunkt des praktischen Kursteils war das Erlernen des Prick-Tests (siehe Bild).

Die Studentinnen waren begeistert und gaben positives Feedback. Besonders zu erwähnen ist das Herzblut, das von den Dozent:innen spürbar an die Studentinnen weitergegeben wurde.

«Sehr liebe und motivierende Kursleiter:innen, die eine tolle Atmosphäre schufen. Ich habe viel gelernt und mein Interesse an Allergologie wurde gestärkt.»

 

Neue Studie: Diätvielfalt und mediterrane Ernährung in der Schwangerschaft schützen vor frühkindlicher Neurodermitis

Das CK-CARE Konsortium hat kürzlich eine Studie in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlicht. Diese Studie, die im Rahmen der CARE-Geburtskohorte durchgeführt wurde, liefert neue Erkenntnisse darüber, wie die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft die Entwicklung von Neurodermitis in der frühen Kindheit beeinflusst.

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Wichtigste Ergebnisse:
• Eine mediterrane Ernährung während der Schwangerschaft reduziert das Risiko für frühkindliche AD deutlich.
• Eine größere Ernährungsvielfalt ist auch mit einem geringeren AD-Risiko verbunden.
• Im Gegensatz dazu korreliert häufiger Verzehr von rotem Fleisch mit anhaltenden AD-Symptomen.

Herzlichen Glückwunsch an das Forschungsteam sowie an alle Mitglieder der CK-CARE-Studiengruppe und unsere internationalen Kooperationspartner.

Bei CK-CARE engagieren wir uns für die Weiterentwicklung von Präventionsstrategien für allergische Erkrankungen durch interdisziplinäre und translationale Forschung. Diese Studie unterstreicht das entscheidende Zeitfenster während der Schwangerschaft für eine langfristige Immungesundheit.

Peter Schmid-Grendelmeier erhielt den EAACI Clinical Fellow Award 2025

Peter Schmid-Grendelmeier durfte am EAACI Kongress am 13. Juni 2025 in Glasgow den EAACI Clinical Fellow Award 2025 entgegennehmen. Als erster Dermatologe erhielt er diese Auszeichnung.

Wir sind stolz, Peter Schmid-Grendelmeier in unserem CK-CARE Team zu haben und somit von seiner wissenschaftlichen Arbeit sowie seinem umfassenden Fachwissen profitieren zu dürfen. Wir gratulieren ihm von Herzen zu diesem wohlverdienten Award.