Identifizierung von neuen Effektor-B-Zell-Subgruppen und ihre Rolle in allergischen Erkrankungen

B-Zellen spielen im menschlichen Immunsystem eine wichtige Rolle, denn sie sind die Zellen, die Antikörper produzieren. Kürzlich wurde durch ein Forschungsteam am SIAF von Prof. Cezmi Akdis (Workpackage 2) dokumentiert, dass B-Zellen – nebst ihrer Rolle als Antikörper-produzierende Zellen – durch die Produktion von Zytokinen als Regulatoren der Immunantwort fungieren können. Es wurden bestimmte Untergruppen von B-Zellen identifiziert, die bestimmte Zytokine produzieren. Beispielsweise produzieren regulatorische B-Zellen das anti-inflammatorische Zytokin Interleukin-10 und so vor Autoimmunerkrankungen und allergischen Entzündungen schützen können.

Ziel dieser Studie ist die Identifizierung von neuen humanen Zytokin-produzierenden B-Zellen-Untergruppen und die Erforschung ihrer Rolle in der Immunregulation. B-Zellen lassen sich für längere Zeiträume nicht in vitro kultivieren. Deshalb haben wir die Zellteilung der B-Zellen unterdrückt, indem wir die Produktion zweier spezifischer Gene (BCL-6 und BCL-xL) erhöht haben. Das Verfahren der Unterdrückung der Zellteilung und der Erhöhung der Produktion bestimmter Proteine nennt sich Überexpression. Damit können wir langlebige B-Zellen bilden. Um die einzelnen B-Zellen charakterisiert zu können, haben wir einzelne Zellen isoliert und B-Zellklone generiert. Dann haben wir mittels Next-Generation-Sequencing (Bestimmung der Nukleotidabfolge der RNA) die Genaktivität dieser Klone detailliert untersucht.

Identifikation von Zytokin-produzierenden B-Zellen-Untergruppen. Mittels Next-Generation-Sequencing wurde die RNA-Expression von 32 identischen B-Zell-Klonen gemessen. 6 Klonen-Clusters produzieren ähnliche Zytokine. B-Zell-Klone können demnach in jedem Cluster verschiedene spezifische Funktionen für die Regulierung der Immunantwort haben.

Damit wir neue Effektor-B-Zellen-Subtypen, die spezifische Zytokine produzieren, identifizieren konnten, mussten wir die einzelnen B-Zell-Klone anhand ihrer Zytokinexpression gruppieren. Nach diesem Ansatz haben wir 6 Klongruppen identifiziert, die bestimmte Zytokinprofile exprimierten, d.h bestimmte Zytokine aktivierten. Einige dieser Zytokinprofile (ein Expressionsprofil zeigt, was die Zelle tatsächlich gerade tut) ähnelte bereits zuvor beschriebenen Untergruppen von Effektor-B-Zellen, wie die Interferon-gamma-produzierenden B-Zellen und die Interleukin-10-produzierenden regulatorischen B-Zellen. Das Interferon ist ein Protein, das eine immunstimulierende, vor allem antivirale Wirkung entfaltet; das Interleukin ist ein antiinflammatorischwirkendes Zytokin, das im Körper ablaufende Entzündungsreaktionen hemmt. Zusätzlich fanden wir weitere Clusters mit verschiedenen Zytokinprofilen, die bis anhin noch nicht beschrieben worden sind. Derzeit arbeiten wir daran, eine detaillierte Charakterisierung dieser neuen B-Zellen-Subgruppen durchzuführen, damit ihre potentielle Rolle in allergischen Erkrankungen bewertet werden kann.

Zertifizierung durch die Swiss Biobanking Platform – VITA-Label

Der Aufbau einer angemessenen Steuerung durch rechenschaftspflichtige Mechanismen ist der Schlüssel zur Förderung der Vertrauenswürdigkeit und die Voraussetzung für eine angemessene Nutzung der biologischen Ressourcen. Unsere CK-CARE-Biobank wurde kürzlich von der Swiss Biobanking Plattform (SBP) mit dem VITA-Label ausgezeichnet, das die Einhaltung des geltenden rechtlichen und ethischen Rahmens bescheinigt. Diese Kennzeichnung ist Teil unserer langfristigen Strategie, die Biobanking-Praktiken zu stärken und der Forschungsgemeinschaft qualitativ hochwertige Proben zur Verfügung zu stellen.

CK-CARE Team Treffen 10. – 11. Oktober 2022

Der diesjährige CK-CARE Teamevent in Davos stand im Zeichen der Stärkung der Zentren übergreifenden Kommunikation und Zusammenarbeit. Unsere Teammitglieder lernten sich und den Kanton Graubünden besser kennen, indem mehrere Bündner Spezialitäten als „Cross-center team building“ zur Vorbereitung der wissenschaftlichen Arbeit produziert wurden.

Dies als Ziel die Teamarbeit zu fördern! Obwohl keinerlei Kenntnisse über die Herstellung von Bündner Köstlichkeiten vorhanden waren, geschweige denn jemand über entsprechenden Fähigkeiten verfügte, zeichnete sich jedes Team auf seine eigene Art und Weise aus. Angetrieben von Vertrauen, Respekt und echter Motivation, die gestellten Aufgaben zu lösen, stellten sich die Teammitglieder der Herausforderung der Zusammenarbeit mit Spaß und Kreativität als wichtige Vorbereitung für die Forschungsaktivitäten des Folgetages.

Es war ein gelungenes Treffen – wir freuen uns auf viele weitere.

Graubünden forscht 21. – 22. September 2022

Die Vielseitigkeit der in Graubünden geleisteten Forschung stand im Mittelpunkt des zweitägigen Kongresses «Graubünden forscht». Dieser fand vom 21. bis 22. September 2022 im Kongresszentrum Davos statt. Das wichtigste Ziel des Anlasses war es, den Austausch zwischen den verschiedenen Forschungsdisziplinen anzuregen. Auf Basis einer Publikumsabstimmung und einer vorgängigen, fachkundigen Bewertung wurden die besten Vorträge in den verschiedenen Disziplinen ermittelt. Sieben junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durften sich über einen Preis freuen. Eine Auszeichnung durfte auch Danielle Fehr von CK-CARE AG entgegennehmen. Wir gratulieren herzlich.

«Global Allergy Forum» 1. – 4. September in Davos

Bereits zum vierten Mal fand in Davos das von CK-CARE (Christine Kühne – Center for Allergy Research and Education) initiierte Global Allergy Forum statt. Das 3-tägige Arbeitstreffen wurde vom Christine Kühne – Center for Allergy Research and Education (CK-CARE) auf dem Medizincampus Davos organisiert und bot den Rahmen für einen intensiven wissenschaftlichen Austausch in sechs Arbeitsgruppen zu den globalen Herausforderungen allergischer Erkrankungen. Edukationsthemen wurden ebenso diskutiert wie komplexe Fragen zu Prävention, Ursachen, Diagnose und Behandlung von Allergien.

Mantelstudium UniZH «Allergologie translational» am Medizincampus Davos

Erfüllt, erschöpft, motiviert und mit einem Rucksack voll neuem Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten haben die 11 Studierenden der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich das 5. Allergologie-Mantelstudium (Sommerpraktikum Allergologie Translational FJS2022) erfolgreich abgeschlossen. Es waren vier intensive, eindrucksvolle und v.a. sehr interaktive Tage des Lernens am Medizincampus Davos unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Schmid-Grendelmeier und Prof. Dr. Roger Lauener und unter Mitwirkung von weiteren Fachärztinnen und Fachärzten des USZ, des Instituts für Hausarztmedizin, des Kantonsspitals Graubünden und der Hochgebirgsklinik Davos.

Die Kombination von Online-Vorkurslernen, Stationsarbeit mit Patientenkontakt, Falldiskussionen, Quiz und praktisches Anwenden von Allergiebasiswissen – wo auch die Methode des «Flipped Classroom» nicht zu kurz kam – gab den Teilnehmenden einen abwechslungsreichen Einblick in das Thema Allergologie.

CK-CARE Jahresbericht 2021

Thematisch konzentriert sich CK-CARE auf Allergien, primär auf atopische Dermatitis (Neurodermitis). Herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf diesem Gebiet sowie anwendungsorientierte Erfolge konnten für das Jahr 2021 verzeichnet werden. Renommierte Journale wie «PNAS», «Lancet» und «Nature Immunology» publizierten Originalstudien und Übersichtsartikel unserer Forscher. Sie wurden mit wissenschaftlich-klinischen und journalistischen Auszeichnungen bedacht. Mit und für CK-CARE konnten Patente angemeldet werden. Die Erfolge belegen die internationale Konkurrenzfähigkeit des Verbundes. Somit hat die fachliche Fokussierung im Berichtsjahr 2021 bemerkenswerte Früchte getragen.