«Ich habe 25 Jahre auf einen solchen Kurs gewartet»

Zwei Tage, die in Erinnerung bleiben: Am 20. und 21. März 2026 trafen sich am Medizincampus Davos zehn Ärztinnen und Ärzte zu einem Weiterbildungskurs mit ungewöhnlichem Schwerpunkt. Im Fokus stand die patientenzentrierte Kommunikation – ein Thema, das im allergologischen Praxis- und Klinikalltag entscheidend ist und dennoch selten systematisch trainiert wird.

Für Dr. Beate Nawroth, Leitende Ärztin Dermatologie an der Hochgebirgsklinik Davos und Teilnehmerin am Kurs war schnell klar, warum sie dabei sein wollte: «Seit vielen Jahren möchte ich meine Fähigkeiten im Hinblick auf die Patientenkommunikation weiter ausbauen. Dieser Kurs hat mir nun die nötige Plattform dafür gegeben.» Rückblickend sagt sie: «Ich habe 25 Jahre auf einen solchen Kurs gewartet.»

Im Fokus standen herausfordernde Gesprächssituationen – etwa wenn Patient:innen verunsichert sind, Therapien infrage stellen oder Emotionen wie Angst und Frustration in den Vordergrund rücken. Genau hier setzt der Kurs von CK-CARE an: mit konkreten Werkzeugen für strukturierte, verständliche und zugleich empathische Gespräche.

Statt Frontalunterricht arbeiteten die Teilnehmenden praxisnah. Vorab bereiteten sie sich im Sinne des didaktischen Flipped Classroom-Konzepts online vor und übten dann vor Ort in Simulationstrainings und Rollenspielen mit realitätsnahen, allergologischen Szenarien und direktem Feedback. «Insbesondere während der Rollenspiele wurden mir die nötigen Tools an die Hand gegeben, um auch bei anspruchsvollen Patienten die richtige Kommunikationsschiene zu finden», sagt Nawroth.

Auch die Fachexpert:innen waren mit den Ergebnissen des Kurses aus Sicht der Kursleitung und Moderation sehr zufrieden.  «Man kann patientenzentrierte Kommunikation nicht im Schnelldurchlauf lernen», sagt stellvertretend Dr. Claudia Lang, Dermatologin am Universitätsspital Zürich. «Aber der Lernfortschritt der Teilnehmenden nach gezieltem Feedback innerhalb so kurzer Zeit war beeindruckend.» 

Der Kurs zeigt: Gute Kommunikation ist kein «Soft Skill», sondern ein zentrales Element ärztlicher Kompetenz. Und eines, das man lernen kann.

Die nächste Durchführung des Kurses ist für 2027 geplant.

Weiterbildungskurs «Allergologie» für angehende Kinder- und Jugend:ärztinnen am Medizincampus Davos

Allergien gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der pädiatrischen Praxis – doch während der Weiterbildung im Spital bleibt oft wenig Zeit, die dafür nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben. Diese Lücke konnten wir mit unserem Allergo-Weiterbildungs-Weekend am 25. und 26. September 2026 am Medizincampus Davos schliessen.

Die Assistenzärzt:innen erarbeiteten gemeinsam mit den Expert:innen Roger Lauener, Caroline Roduit, Philippe Eigenmann und Kristina Heye, wie Allergien erkannt, behandelt und vorgebeugt werden können. Im Zentrum standen Fallbeispiele, Diskussionen, und praktisches Übenmit den Themenschwerpunkten Allergiediagnostik, Anaphylaxie, Nahrungsmittelallergien, respiratorischen Allergien, atopischer Dermatitis und Prävention. Ein Highlight war das «dine2learn»-Dinner, bei dem Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen einmal ganz anders erlernt werden konnten.

«Danke für den brillanten Kurs», resümierte eine Teilnehmerin. Eine andere meinte «Durch ein ausgewogenes Gleichgewicht aus Praxis, Theorie und vielen interaktiven Arbeiten wurden teils banale Themen und auch die anspruchsvollen Themen sehr anschaulich behandelt.»

Neue Einblicke in die räumliche Organisation der Entzündung bei atopischer Dermatitis

In unserer in Allergy veröffentlichten Studie haben wir untersucht, wie Immunzellen und ihre Interaktionen in der Haut von Patient:innen mit atopischer Dermatitis räumlich organisiert sind. Durch die Kombination von räumlicher Transkriptomik mit Einzelzell-RNA-Sequenzierungsdaten, bildgebende Massenzytometrie und Multiplex-Immunfluoreszenz konnten wir charakteristische Immunnischen an der Grenze zwischen Dermis und Epidermis identifizieren.

Diese Nischen zeichnen sich durch eine enge räumliche Nachbarschaft von CD4+ T Zellen und reifen migrierenden dendritischen Zellen (mmDCs) aus und weisen Signaturen einer lokalen T Zell-Aktivierung und Typ-2-Zytokin-Signalgebung auf. Gleichzeitig sind sie in eine entzündliche Mikroumgebung aus Fibroblasten und Keratinozyten eingebettet und zeigen transkriptionelle Merkmale, die an tertiäre lymphatische Strukturen erinnern.

Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass solche spezialisierten Immunnischen die lokale Aktivierung von T Zellen in der Haut aufrechterhalten und dadurch zur chronischen Entzündung und zu Rückfällen bei atopischer Dermatitis beitragen könnten. Die Interaktion zwischen mmDCs und T Zellen stellt daher einen interessanten potenziellen Ansatzpunkt für zukünftige Therapiestrategien dar, die auf eine langfristigere Krankheitskontrolle abzielen.

Zum Manuskript: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/all.70513

Abschied von dem Unternehmer und Stifter Klaus-Michael Kühne

Im Alter von 89 Jahren ist Klaus-Michael Kühne in seiner Schweizer Wahlheimat nach längerer Krankheit gestorben.

Mit Klaus-Michael Kühne verliert die «Kühne-Welt» nicht nur einen äusserst erfolgreichen Unternehmer und Stifter, sondern auch einen sehr prägenden Gestalter. Ohne sein Engagement, seinen Handlungswillen und seinen Mut stünde die Kühne-Stiftung heute nicht dort, wo sie steht.

Die Gründung der Stiftung vor 50 Jahren erfolgte aus der Überzeugung heraus, dass unternehmerischer Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung verbunden ist. Was als lokale Organisation begann, ist heute eine der grössten Stiftungen Europas: international ausgerichtet, dezentral organisiert, effizient und unabhängig in ihrem Handeln. Rund 800 Mitarbeitende engagieren sich in den Schwerpunkten Logistik, Klima, Medizin und Kultur in praxisnahen Programmen und Projekten. Dieses operative Handeln unterstreicht den Anspruch des Stifters, Verantwortung zu übernehmen und durch aktives Tun, nachhaltige Verbesserungen in der Gesellschaft zu bewirken.

Es sind die Erträge des beeindruckenden unternehmerischen Wirkens von Klaus-Michael Kühne, die die Stiftung einsetzt, um Lösungen für globale Herausforderungen zu finden. Und es sind seine immer wieder auf den Stiftungszweck übertragenen unternehmerischen Prinzipien, die der Kühne-Stiftung Orientierung geben und auch nach seinem Ableben fortbestehen werden.

Mantelstudium Allergologie translational: Studierender der UZH erleben Allergologie praxisnah

Auch in diesem Jahr führten wir in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich das Mantelstudium „Allergologie translational” erfolgreich am Medizincampus Davos durch. Während der intensiven Kurswoche hatten Medizinstudierende der UZH Gelegenheit, die Allergologie nicht nur theoretisch, sondern auch im klinischen Alltag kennenzulernen.

Das didaktische Konzept des Flipped Classrooms ermöglicht u.a. auch den Kontakt mit Patient:innen in der Hochgebirgsklinik Davos sowie Einblicke in die bei CK-CARE betriebene Allergieforschung.
Die enge Verbindung von Bildung, Forschung und Klinik sind am Medizincampus Davos direkt zu erfahren. Auch der persönliche Austausch und die Interaktion von Teilnehmenden und «Teachern» kamen nicht zu kurz. Lernen von und miteinander begeisterte alle Involvierten.

Somit erhielten wir sehr berührende und gute Rückmeldungen:
«Es war sehr spannend, lehrreich und eine tolle Woche, danke!»
und
«Die Abwechslung und Interaktion im Kurs fand ich ausserordentlich! Didaktisch perfekt gemacht!»

CK-CARE Forschungsteam veröffentlicht neue Erkenntnisse zu molekularen Veränderungen bei Psoriasis

Aus der CK-CARE Forschungsgruppe Schenk haben Prof. Dr. Mirjam Schenk (Co-Lastautorin) und Lina Gross (Co-Erstautorin) in Kollaboration mit der Forschungsgruppe von Prof. Martin Steinhoff erfolgreich eine Publikation im Journal of Investigative Dermatology veröffentlicht.

In der Studie untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mithilfe der Mikrodialyse, einer schonenden und minimal-invasiven Methode zur Gewinnung von Gewebeflüssigkeit aus der Haut, welche molekularen Veränderungen bei Psoriasis (Schuppenflechte) direkt im entzündeten Gewebe auftreten. Dabei konnten charakteristische Veränderungen von Proteinen und Stoffwechselprodukten identifiziert werden, die eng mit der Krankheitsaktivität assoziiert sind und potenziell als molekulare Marker zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs dienen könnten.

Besonders interessant ist die Beobachtung, dass sich diese molekularen Muster bei Patientinnen und Patienten nach erfolgreicher Therapie wieder normalisierten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mikrodialyse ein vielversprechender Ansatz ist, um Psoriasis besser zu verstehen und die zugrunde liegenden Entzündungsprozesse direkt im betroffenen Gewebe zu untersuchen. Darüber hinaus unterstreichen die Ergebnisse das translationale Potenzial der Methode: Die Mikrodialyse könnte künftig genutzt werden, um Therapieantworten individuell und minimal-invasiv zu überwachen und damit neue Ansätze für eine personalisierte Behandlung zu unterstützen. Über die Psoriasis hinaus könnte die Mikrodialyse künftig auch zur Untersuchung und Verlaufskontrolle weiterer entzündlicher Hauterkrankungen wie atopischer Dermatitis (Neurodermitis) oder anderer chronisch-entzündlicher Dermatosen beitragen.

 

Den Artikel können Sie hier herunterladen oder auf im JID lesen: doi:10.1016/j.jid.2026.04.029

Wir stellen uns vor: Tag der offenen Tür am 27. Juni 2026

Herzlich willkommen am Medizincampus Davos. Gerne laden
wir alle Interessierten ein, bei uns auf Entdeckungsreise zu
gehen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Das Programm:
• Erlebnisparcours, Einblick in Forschung und Klinik
• Hinter den Kulissen: was entsteht alles auf dem Campus
• Schulterblick mit Mitarbeitenden
• Doppelinterview mit Linda Rubi und Arno Lietha:
Moderation Jann Billeter
• Food & Drinks, grosses Kinderprogramm

Samstag, 27. Juni ab 10.30 Uhr auf dem gesamten Gelände
des Medizincampus Davos (Herman-Burchard-Strasse 12,
7265 Davos Wolfgang). Bitte reisen Sie mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln an, es stehen keine Parkplätze zur Verfügung.